Im Gymnastikraum des Meinhardinums darf es an den Donnerstagnachmittagen alles andere als ruhig zugehen – ganz im Gegenteil: Unter dem Motto „Alles Theater“ wird gelacht, gefühlt, ausprobiert und gelegentlich auch ganz bewusst „ausgerastet“.
Die wöchentlichen Theaternachmittage wurden im vergangenen Schuljahr bereichert durch den Besuch und Beitrag von professionellen Theaterschaffenden als Angebot im Rahmen des Tiroler Kulturservice. So konnten die Schüler*innen von deren Erfahrungen profitieren und mit ihrer Hilfe Neues lernen.
Den Auftakt machte Herr Neureiter, der einen ebenso abwechslungsreichen wie lebendigen Workshop auf die Beine stellte. Mit einer bunten Mischung aus Übungen führte er die 16 Schülerinnen und Schüler durch die Welt des Schauspielens – von ersten zaghaften Gehversuchen bis hin zu überraschend überzeugenden Mini-Auftritten á la: „Ich hätte gerne eine Dose Bohnen!“ Was man aus einem einzigen Satz alles machen kann, war überraschend und vor allem auch lustig. Allerdings wurde nicht nur gespielt, sondern auch reflektiert und Feedback-Geben und -Nehmen geübt.
Als wäre das nicht schon genug, legte in kurz darauf Herr Fiegl gleich noch nach – diesmal in Zusammenarbeit mit Judith Erler aus der Theatergruppe „Endorphine“. Im Duo entführten sie die Schüler*innen in die faszinierende Welt des Playback-Theaters. Persönliche Geschichten wurden erzählt, aufgenommen und von anderen spontan auf die Bühne gebracht. Für die Erzähler*innen war das ein bisschen so, als würden ihre eigenen Erlebnisse plötzlich in einem leicht schrägen, aber äußerst unterhaltsamen Spiegel erscheinen. Das Ergebnis: Staunen, Lachen und die Erkenntnis, dass das eigene Leben manchmal die besten Drehbücher schreibt.
Und dann hieß es schließlich: „Ausrasten erlaubt!“ – ein Workshop mit Eva Maria Gintsberg, der seinem Namen alle Ehre machte. In einer geschützten und kreativen Atmosphäre durften die Schüler*innen tief in ihre Gefühlswelt eintauchen. Ob eingekuschelt unter Decken beim Lesen oder beim gezielten Hervorrufen von Emotionen durch Atemtechniken – hier wurde nichts unterdrückt, sondern alles ausprobiert. Mit beeindruckendem Einsatz wagten sich die Teilnehmer*innen an neue Ausdrucksformen heran und lernten dabei nicht nur das Theater, sondern auch sich selbst ein Stück besser kennen.
Alles in allem zeigt sich immer wieder: Theater kann vieles sein – laut, leise, chaotisch, berührend und vor allem eines: unglaublich bereichernd. Mit den Impulsen der Besucher*innen geht das Proben indes weiter: Damit am Ende des Schuljahres das eigene, selbst erarbeitete Stück einem neugierigen Publikum präsentiert werden kann!
Sabine Mahlknecht und Stefan Haas



