Spektrum 2010
die Zeitschrift des Meinhardinums


Redaktion: Mag. Walter Kimeswenger
spektrum08(at)meinhardinum.at
 

Auszüge aus dem Spektrum 2010
Das Spektrum 2010 kann in gedruckter Form über das Schulsekretariat um 5 Euro erworben werden.

Liebe Altstamser!
Liebe Freunde unseres Hauses!
Liebe Leserinnen und Leser!

Das Jahr 2009 war nicht nur für das Land Tirol ein Gedenkjahr mit vielen Aktivitäten, es war auch ein großes Jubiläumsjahr für das Meinhardinum, das eingebettet in eine lange Tradition des Stiftes, auf sechzig erfolgreiche Jahre einer gedeihlichen Entwicklung zurückschauen darf. Aber auch für unser Gymnasium gilt: Geschichte trifft Zukunft. Im Schatten der markanten Stiftstürme, wo in den früheren Jahrhunderten so manche für unser Land richtungsweisende Entscheidung durch die Fürsten getroffen wurde, werden nun im Meinhardinum und in der KPH Menschen ausgebildet, die die Entscheidungsträger von morgen für unser Land sein werden.

Die Jubiläumsfeier im Oktober war ein freudiges Ereignis für das Stift und die gesamte Schulgemeinschaft. Lehrer und Schüler waren mit viel Elan dabei, Sketches einzustudieren, die die gesamte Sprachenpalette des Meinhardinums abdeckte und die Vielfalt unserer Schule aufzeigte. Es wurden aber auch alle sechs Dezennien ausführlich mit Bildern und entsprechenden Texten dokumentiert. Jedoch nicht, um in Nostalgie zu verweilen, sondern um den Blick zu schärfen für die uns fordernde Zukunft. Geht es doch darum, die Kraft der Vergangenheit zu sammeln für die Gestaltung der Zukunft.
Ganz herzlich danke ich euch Altstamsern, dass ihr so zahlreich gekommen seid, um mit uns zu feiern und eure Verbundenheit zu bekunden. Ich danke den zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens und der Landesschulbehörde für ihre Teilnahme, in der die Wertschätzung für die kulturelle Bedeutung des Stiftes in der Gegenwart und in den vergangenen Jahrhunderten, sowie die Wertschätzung des Bildungsauftrages des Meinhardinums für die Zukunft unseres Landes zum Ausdruck kommt.

Aber auch in das Gedenkjahr des Landes waren wir als Stift und als Meinhardinum eingebunden. Bei den vom Land veranstalteten Workshops und beim Kreativwettbewerb waren wir im Bereich Bildnerisches Gestalten, Fotografie, Literatur und Musik vertreten und einige Schüler durften sich auch über einen Landespreis freuen.

Aber nicht nur zu festlichen Anlässen haben sich unsere Schüler mit viel Kreativität und Innovation eingebracht. Auf dem Hintergrund der Gemeinderatswahlen organisierte die Schülervertretung für die Oberstufe einen politischen Tag an der Schule mit Workshops und Podiumsdiskussion, sowie einen Aktionstag über die soziale Bedeutung der iuridischen Einrichtungen unseres Staates besonders unter der Sichtweise der Jugendlichen. Beide Veranstaltungen sind bei Schülern und Lehrern auf reges Interesse gestoßen und auch von den Referenten als sehr wertvoll empfunden worden.
Erwähnen möchte ich aber auch das Projekt: ‚Chill in’ der siebten Klassen. Es geht dabei um eine konstruktive Art des Miteinanders unter Schülern der Ober- und der Unterstufe, um soziale Konflikte in den Klassen oder im schulischen Alltag zu bewältigen.

Im laufe eines Schuljahres wird viel guter Wille und viel Energie in das schulische Leben eingebracht. Ich danke dafür der Elternvertretung, den Kolleginnen und Kollegen im Lehrkörper, den Mitbrüdern im Stift und ganz besonders der engagierten Schülervertretung des heurigen Jahres.
Unseren beiden Sekretärinnen, Frau Annemarie Schrott und Frau Renate Palfrader, einen ganz herzlichen Dank für die jahrelange gewissenhafte und umfangreiche Arbeit im Sekretariat zum Wohl der ganzen Schulgemeinschaft. Für den verdienten Ruhestand viel Muße und viele gute Jahre! Das nächste Spektrum wird mehr darüber berichten.
Mit vielen Grüßen aus Stams

Ihr
Abt German Erd
Direktor
 

Zur Geschichte und Zukunft des Meinhardinums
Festansprache zur 60-Jahr-Feier von Oberstudienrat Prof. Mag. Karl Palfrader (gekürzt)


Wenn die Organisatoren mich beauftragt haben, heute hier zu sprechen, so nehme ich an, dass sie von mir kein grundlegendes pädagogisches Konzept für die Zukunft erwarten, sondern wohl eher einige historische Reminiszenzen aus den letzten Jahrzehnten, von denen ich vierzig selbst miterlebt habe. Ich werde also mit einem Rückblick auf die sechzig Jahre des Meinhardinums beginnen, anschließend versuchen zusammenzufassen, was sich in diesen sechzig Jahren geändert hat, und mir als dritten Punkt die Verwegenheit zugestehen, ganz kurz einige Fragen zur Zukunft aufzuwerfen.

Blicken wir einleitend zurück in die Urgeschichte. Nach dem Krieg herrschte ein großer Nachholbedarf an Bildung auch bei jungen Menschen, die das durchschnittliche Schulalter schon hinter sich hatten. So entstand die Maturaschule für Spätberufene. In Stams wurde nur unterrichtet, die Prüfungen legten die Schüler vor der Externistenkommission des Landesschulrates ab. Ein großer Teil der Schüler besuchte die Schule mit der Absicht, nach der Matura den geistlichen Beruf zu ergreifen, und eine ganze Reihe von ihnen bilden auch heute den Kern der nicht mehr ganz jugendlichen Mönche in Stams. Ein Internatsbuch im Archiv gibt Aufschluss über die Anfänge des Unterrichts. Am Montag, den 17. Oktober 1949, heute genau vor sechzig Jahren, begann dieser für die ersten 31 Schüler. Als Direktor fungierte der Pensionist Hofrat Rohracher, der selber Latein und Griechisch unterrichtete. Der Stundenplan war einfach: erste Stunde immer Latein, zweite Deutsch oder Griechisch, dritte Stunde Mathematik, vierte Griechisch. Abends von 19:30 bis 20:30 jeden Tag eine Wiederholungsstunde Latein. Samstags nur zwei Stunden: eine Religion und eine Deutsch. Um 6 Uhr Aufstehen, 6:30 Messe, um 21:30 Nachruhe. Es gab Studiersäle und Schlafsäle. Die Räume wurden durch Holzöfen beheizt. Erst 1962 wurde das Internat in die heutigen Räume verlegt. Viererzimmer ersetzten die Schlafräume und Studiersäle. Ende der neunziger Jahre wurde das Internat nochmals renoviert.

1961/62 gelang es Direktor Bernhard Slovsa, dem späteren Abt, für die ersten beiden Klassen das Öffentlichkeitsrecht zu erhalten. 1964 fand die erste Matura mit sieben Maturanten statt. P. Bernhard hatte in der Schule alles im Griff. Er sah alles, er wusste alles und ein Blick über den Brillenrand verhieß nichts Gutes. Der Kollege, der sich einmal gewehrt hat mit „Schreien Sie nicht mit mir, ich schrei mit Ihnen auch nicht“, sitzt vielleicht heute hier unter den Zuhörern. Als das SchOG von 1962 für die Oberstufe wirksam wurde, wurde aus der fünfjährigen Aufbaumittelschule ein vierjähriges Aufbaurealgymnasium. Wichtig waren in den sechziger Jahren auch die Verhandlungen zum Konkordat, durch die der Staat zuerst einen Teil, dann alle Lehrer an den Privatschulen übernahm. Ich selbst habe am Anfang mein Gehalt noch in Form eines Schecks von P. Bernhard erhalten. Auch das Schigymnasium begann damals als Parallelklasse zum Aufbaurealgymnasium und wurde allmählich selbständig.
Irgendwann einmal in dieser Zeit meinte P. Bernhard, man brauche auch einen Elternverein. Dieser vertritt seither tatkräftig die Angelegenheiten der Eltern.
Irgendwann gab es auch den ersten Maturaball im Gh. Römisch Deutscher Kaiser, dort wo heute bei Mötz die Autobahn darüberführt.
1979 wurde, initiiert von P. German, das erste Spektrum herausgegeben.
P. Bernhard hatte auch großen Eifer darin, Organisationen der Schüler zu fördern. Am Anfang waren es die Pfadfinder, dann das Jugendrotkreuz, schließlich die Studentenverbindung Bernardia, die ihren Förderer nicht nur in P. Bernhard, sondern auch in P. Augustin und P. German fand.
Nach der Wahl zum Abt hatte Bernhard Slovsa weniger Zeit für die Schule und viel Arbeit blieb an seinem Administrator Raimund Jandl hängen, der dann nach Abt Slovsas Rücktritt als Direktor auch ein Jahr lang die Schule leitete.

Der zweite Abschnitt der Geschichte der Schule begann 1982/83 unter P. Augustin. In jenen Zeitraum fallen der Aufbau der Langform und vor allem der Neubau der Schule in der Alten Mühle. Bei der Eröffnung des Neubaus des Schigymnasiums im November 1982 sprach Landeshauptmann Wallnöfer in seiner Begrüßung den wichtigen Satz “.. und dann werden wir auch etwas mit der Alten Mühle machen müssen..“ . Damit waren die Weichen gestellt. Landeshauptmann Wallnöfer war der Schule sehr verbunden. Er war es auch gewesen, der für die Schule den Namen Meinhardinum vorgeschlagen hatte. Anlässlich der Feier „500 Jahre Tirol zu Österreich“ 1963 verlieh der Bundespräsident der Schule dann den Namen ganz offiziell. Wir bezogen im Schuljahr 1985/86 das neue Schulgebäude. Bald schon mussten die Klassen wieder ins Stift ausweichen, bevor die Schule durch einen Zubau vergrößert wurde. Dabei wurde auch die neue Turnhalle erbaut und Heinz Tschavolls altes viel beklagtes Reich wurde abgerissen. Erfreulicherweise ist das Gebäude jetzt bereits seit Jahren wieder zu klein und wir wissen ja, dass Abt German schon lange Pläne hat, die Schule noch einmal zu vergrößern.
Irgendwann brach das Computerzeitalter über die Schule herein. Ich erinnere mich an die ersten EDV-Kurse für Schüler bei Prof. Thaler. Er musste noch mit Lochkarten arbeiten und diese zum Ausdrucken nach Innsbruck bringen. Die neue Schule brachte den ersten EDV-Raum. Dort gab es mit Prof. Moritz den ersten Kurs für Lehrer. Da saßen wir vor den damals neuesten Toshibageräten mit den zwei großen Disk-Laufwerken und ließen uns in die Geheimnisse einführen. Dann war auch die Zeit vorbei, in der P. Augustin seine Lehrfächerverteilung mit Bleistift und Papier herstellen musste, wobei nach dem zehnten Radieren das Blatt so grau war wie der Bleistiftstrich. Die ersten EDV-Zeugnisse wurden 1995 verteilt. Das Jud’sche Supplierprogramm hat sein 15. Lebensjahr schon überschritten. Für die Schüler gibt es indessen zwei EDV-Räume und Internet ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Seit 1998/99 wurde der Gegenstand ITG (Informationstechn. Grundbildung) eingeführt. Prof. Ladner lässt das Meinhardinum mit einer Homepage auch im Internet vertreten sein.
Bis 1986 wurde der Schulsprecher von den Klassensprechern gewählt. Besonders erwähnt sei hier Bgm. Ernst Schöpf, der seine erfolgreiche politische Karriere mit diesem Amt an der Schule begonnen hat. Das Schulunterrichtsgesetz von 1986 brachte in der Folge organisatorische Änderungen. Ab jetzt wurde der Schulsprecher in direkter Wahl gewählt. Es war die Idee der Studentenverbindung Bernardia, zur Wahl ein Hearing durchzuführen, sodass sogar ein wenig Wahlkampfstimmung aufkommen konnte. Wichtig war auch die Einführung des SGA, der die Mitbestimmung der Eltern, Schüler und Lehrer regelte. P. Augustin räumte der Lehrermitbestimmung große Bedeutung ein. Der Preis dafür war verstärkte Einbindung in die Mitarbeit.
Auch immer wieder neue Aktivitäten für Schüler kamen auf: Am 28. Juli 1988 gab es das erste ELSA (Eltern-Lehrer-Schüler-Abend). 1996/97, nach dem EU-Beitritt Österreichs, nahm das Meinhardinum an Comenius teil. Seit 2000/01 gibt es die Möglichkeit der psychologischen Betreuung für Schülerinnen und Schüler. Vieles andere kam dazu: Lesenacht, Cambridge, Känguru. Dann wich die Sechstageschule den fünf Tagen und kaum jemand möchte zu den sechs Tagen zurück, oder?

2002/03 hat mit P. German, der selbst aus der Schule hervorgegangen ist, die dritte Phase der Schule begonnen. Niemand hat so lange in und für die Schule gelebt wie er. Mit diesem Abschnitt, den viele der hier Anwesenden besser kennen als ich, sind wird an der Grenze von der Vergangenheit über die Gegenwart zur Zukunft angekommen. Wenn ich nicht näher darauf eingehe, will ich keineswegs die Arbeit und die Verdienste von Abt German und seinen Mitarbeitern schmälern, doch nur Obama hat den Nobelpreis im Voraus erhalten.

Was hat sich in sechzig Jahren geändert?
Ganz sicher geändert hat sich die Zusammensetzung der Schüler. Waren es am Beginn nur junge Männer, die die Schule besuchten, so gibt es im heurigen Schuljahr eine ganz leichte Mädchenmehrheit. Die ersten Mädchen besuchten im Schuljahr 1973/74 die Schule.
Geändert hat sich der Schultyp. War es am Anfang überhaupt nur eine Vorbereitung auf externe Prüfungen, so war es später die fünfjährige Aufbaumittelschule und dann das Aufbaurealgymnasium. Heute bilden die Schüler des ARG gegenüber den Gymnasiasten nur mehr die Minderheit der Schüler. Waren am Anfang alle Schüler im Internat, später ein großer Teil, so bilden heute die Internatsschüler nur einen Prozentanteil von unter 5 %.
Geändert hat sich die regionale Verteilung. Kamen anfänglich die Schüler aus ganz Tirol, ja sogar aus Südtirol, Kärnten und Bayern, so ist das Meinhardinum heute weitgehend eine Regionalschule. In der Früh sammelt der Schulbus die Schüler kurz vor acht Uhr ein, spuckt sie vor der Schule aus und mittags sammelt er sie wieder ein. Sollte einmal das Internat schließen, verliert die Schule ihren letzten Teil der Überregionalität.
Geändert hat sich der Lehrkörper. Unterrichteten am Anfang überhaupt nur Nebenbeschäftigte und Pensionisten, wurden die Lehrer auch später als Vollbeschäftigte zuerst vom Stift bezahlt. Der Lehrkörper ist seit den siebziger Jahren von etwa fünfzehn auf über sechzig angewachsen.
Geändert hat sich natürlich auch die anfangs sehr bescheidene Ausstattung. Der Schulneubau in der alten Mühle brachte einen besonders großen Modernisierungsschub.
Geändert hat sich die Größe der Schule. In den siebziger Jahren hatte die Schule etwas über 150 Schüler. 1991/92 wurde erstmals die Schülerzahl von 500 überschritten und schwankt seither um 600.
Geändert haben sich die Schwerpunkte der Sprachen. Hatte die Aufbaumittelschule noch neben Latein zwischen Griechisch und Englisch wählen lassen, werden heute Latein, Französisch und Italienisch und als Wahlpflichtfächer auch Spanisch und Russisch unterrichtet.
Zugenommen haben auch die Aktivitäten außerhalb der Schule. In den siebziger Jahren begann man schüchtern mit Landschulwochen in Südtirol, später fuhr man nach Rom, Paris, London, Kroatien. Neben Wintersportwochen fanden auch Sommersportwochen ihre Anhänger.
Geändert hat sich auch die Mentalität der Schüler. Mehr als früher begegnen sich Lehrer und Schüler eher auf gleicher Augenhöhe.
Kloster und Schule sind sich fremder geworden. Die Zahl der Mönche, die in der Schule beschäftigt sind, war bei meinem Eintritt doch noch wesentlich, heute hält Abt German allein die Position. Die Zahl der Schüler, die nach der Matura ins Kloster eingetreten sind, ist zwar erheblich, bedauerlich ist aber, dass die wenigsten auch dort geblieben sind.
Ein wesentlicher Punkt an der Schule ist die Frage der christlichen Erziehung. Heute kommen auch Kinder aus nichtkatholischen christlichen, aus muslimischen und religionsfernen Familien in die Schule. Teilweise müssen christliche Werte erstvermittelt und nicht nur verstärkt werden.

Zuletzt: Was bringt die Zukunft? Wir hoffen, dass das Stift weiterhin Interesse an der Schule hat und Abt German noch lange Freude an der Doppelbelastung. Wem übergibt er aber dann das Steuer? Was wird sich mit der neuen Mittelschule ändern? Kann das Gymnasium ohne Schaden den Trend überdauern? Was bringt die immer größer werdende Durchlässigkeit mit immer größeren Maturantenzahlen und dem Trend der Universitäten zu Aufnahmeprüfungen? Wird sich die öffentliche Einstellung zu Schule und Bildung wieder bessern? Wie werden die Lehrerinnen und Lehrer den ständigen Druck, dass sie angeblich zu wenig arbeiten, verkraften? Werden sich unter diesen Bedingungen auch weiterhin geeignete junge Menschen für den Lehrerberuf entscheiden? In zehn Jahren mag jemand hier an meiner Stelle diese Fragen beantworten. Ich wünsche, wir sind dann alle wieder dabei.

 

Projekte der SchülerInnenvertretung 2009/10


Zu Beginn des Schuljahres wurde wie üblich die SchülerInnenvertretung des Meinhardinum Stams gewählt. Dieses Jahr gewann der ambitionierte Siebtklässler Simon Kapferer die Wahl zum Schulsprecher. Herbert Dietrich und Susannah Haas unterstützten ihn von da an bei seinen Projekten als seine Stellvertreter.
Die SchülerInnenvertretung definierte ihre Ziele klar. Es sollten drei Projekttage zu den Themen Politik, Justiz und Umweltschutz organisiert werden. Außerdem wollte sie Aufklärungsarbeit zum Thema Auslandssemester während der Schulzeit betreiben. Schließlich kristallisierte sich auch noch ein unterstufenbezogenes Projekt namens „Chill In“ heraus.

Politiktag am Donnerstag, 04. Februar 2010
Einen Tag vor dem Semesterzeugnis organisierte Schulsprecher Simon Kapferer einen dreistündigen Projekttag für die gesamte Oberstufe zum Thema Politik. Hauptaugenmerk wurde dabei auf die bevorstehenden Gemeinderatswahlen in Tirol gelegt. Zur vierten Stunde versammelten sich alle SchülerInnen der Oberstufe in unserem Turnsaal, wo bereits eine Rednerbühne bereitgestellt war. Es waren vier ReferentInnen eingeladen. Neben unserem Politikexperten Prof. Windegger sollten noch der Politikwissenschaftler Dr. Karlhofer sowie Ernst Schöpf, der langjährige Bürgermeister von Sölden, und die Silzer Gemeinderätin Marina Floriani über ihre Erfahrungen sprechen. Simon Kapferer leitete die Diskussion, bei der jede/r SchülerIn nach je 15 Minuten Redezeit der ReferentInnen Fragen stellen konnte. Nach leichter Schüchternheit zu Beginn entstand so bald eine interessante Diskussion über das Tiroler Wahlsystem und dessen Tücken. Geklärt wurden Fragen wie: Warum soll ich wählen? Sind Gemeinderatswahlen überhaupt notwendig? Was kann ich machen, wenn mich keiner/keine der KandidatInnen anspricht? Was ist die Bürgermeisterdirektwahl? Wie funktioniert das Listenkoppeln? Warum sind so wenige Frauen in der Politik vertreten?
Dank der verschiedenen Betrachtungsweisen der ReferentInnen hatten die SchülerInnen auch Einblick in die bunte Vielfalt der Politik. Einig waren sich jedoch alle Vortragenden in einem Punkt: Nicht wählen zu gehen ist unverantwortlich!

Justiztag am Mittwoch, 07. April 2010
Ähnlich wie zwei Monate zuvor rief Simon Kapferer wieder die gesamte Oberstufe zu sich in den Turnsaal, wo vier neue ReferentInnen zum Thema Justiz auf die SchülerInnen warteten. Nach dem Erfolg des Politiktages waren die SchülerInnen interessiert und gespannt auf die neuerliche Podiumsdiskussion. Dass diesmal auch eine 15-minütige Pause eingelegt wurde, erwies sich als günstig für die Aufmerksamkeit und Konzentration unter den SchülerInnen. Die Gäste waren diesmal die Jugendanwältin Elisabeth Harasser, Jugendstaatsanwalt Hansjörg Mayr, Straf- und Zivilrichterin Sigrid Melichar und Sozialarbeiter Michael Klingseis. Auf der Agenda stand das Thema Jugendkriminalität. Angefangen von Alkoholkonsum unter 16, über den Verein „Neustart“, bis hin zu schweren, jugendlichen StraftäterInnen wurden so viele Fragen wie möglich besprochen und beantwortet. Die Fragen der SchülerInnen reichten von der Einstufung von Notwehr bis zum Ablauf einer Gerichtsverhandlung. Unser Schulsprecher musste die Diskussion aus Zeitgründen am Ende der 6. Stunde beenden, obwohl noch einige offene Fragen im Raum standen. Im Nachhinein wurden noch Folder zu den Themen Rechtsextremismus, Sexualität, Tattoos & Piercings sowie Wohnen & Verselbstständigung ausgeteilt. Für allfällige Fragen erhielt auch jede/r SchülerIn die Adresse der Jugendanwaltsschaft in Innsbruck.

Umweltschutztag am Dienstag, 06. Juli 2010
In der letzten Schulwoche möchte Schulsprecher Simon Kapferer noch einen weiteren Projekttag veranstalten. Dieser soll sich jedoch wesentlich von den anderen beiden Projekttagen unterscheiden. Es soll keine Podiumsdiskussion veranstaltet werden. Vielmehr werden die SchülerInnen selbst Projekte erarbeiten, die dann am Dienstag vor Schulschluss vorgestellt und durchgeführt werden sollen. Außerdem soll diesmal auch die Unterstufe eingebunden werden. Zu Redaktionsschluss stand der genaue Ablauf noch nicht fest. In Planung sind eine Müllsammelaktion, die Pflanzung eines oder mehrerer Bäume sowie verschiedene Arbeiten zur Aufklärung im Bereich Umweltschutz.

Aufklärung in Sachen Auslandsaufenthalt
Um die Weihnachtszeit bereitete Schulsprecher-Stellvertreter Herbert Dietrich einen Vortrag zum Thema Auslandssemester vor, den er in allen fünften und sechsten Klassen hielt. Er hat selbst ein Semester in Mexiko verbracht und wollte seine Erfahrungen mit seinen MitschülerInnen teilen. Er sprach an, welche Voraussetzungen für einen solchen Aufenthalt gegeben sein müssen, wie ein Aufenthalt im Ausland organisiert werden kann, was dies kostet und welche Vor- und Nachteile diese Erfahrung mit sich bringt. Die Reaktionen der Schüler waren durchwegs positiv und interessiert. Schlussendlich wird derzeit noch ein „Katalog“ angefertigt, in dem die gesammelten Auslandskontakte der Schule vermerkt werden. Diese Kontakte werden ab nächstem Schuljahr für jeden Schüler zugänglich sein, der auf der Suche nach einer Gastfamilie ist.
Noch einmal seien alle, die mit dem Gedanken spielen, für ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen, dazu ermutigt!

„Chill In“
Anfang des zweiten Semesters wurde die SchülerInnenvertretung von unserer Psychologie-Lehrerin Prof. Holzer und der Schulpsychologin Simone Tscherntschitz darauf angesprochen, dass man zur Verbesserung des Klassenklimas in den Unterstufenklassen eine Lösung finden solle. Unser Vorschlag war ein Raum, in den sich an Montagen und Freitagen in der großen Pause die Schüler der Unterstufe zurückziehen können. Begrenzt auf bis zu 15 Kinder gleichzeitig, bietet dieser Raum die ideale Gelegenheit, um in Ruhe die Jause zu essen, etwas Musik zu hören oder einfach nur ein bisschen zu entspannen. Im Gegensatz zum restlichen Schulgebäude ist es im „Chill-In-Raum“ ruhig und bequem. Als einzige Aufsicht steht ein Team aus drei oder vier Siebtklässlern bereit. Diese Teams werden regelmäßig von unserer Schulpsychologin gecoacht, um sich pädagogisch richtig zu verhalten. Der Raum ist seit Beginn des Projekts nach den Osterferien sehr beliebt und meist so überlaufen, dass nicht mehr alle interessierten UnterstufenschülerInnen Platz finden. Aus diesem Grund wird bereits ein weiterer Tag pro Woche diskutiert.
Das einzigartige Projekt „Chill-In“ bietet den UnterstufenschülerInnen eine optimale Entspannungszone, während die BetreuerInnen aus den siebten Klassen pädagogisch fortgebildet werden. Deshalb wird es mit Sicherheit auch im nächsten Jahr weitergeführt.

Zusammenfassend kann die SchülerInnenvertretung des Meinhardinums 2009/10 wohl mehr als stolz auf ihre Arbeit während des Schuljahres sein. Bisher wurden noch nie so viele verschiedene Projekte innerhalb eines Schuljahres realisiert. An dieser Stelle gebührt wohl allen voran Schulsprecher Simon Kapferer, der nun auch für die LSV (Landes - Schülervertretung) kandidiert, großes Lob.


Herbert Dietrich, 7H

Schulsprecher Simon Kapferer, 7H
Schulsprecher-Stellvertreter Herbert Dietrich, 7H
Schulsprecher-Stellvertreterin Susannah Haas, 7G