Spektrum 2006
die Zeitschrift des Meinhardinums


Redaktion: Mag. Walter Kimeswenger
spektrum08(at)meinhardinum.at
 

Auszüge aus dem Spektrum 2006
Das Spektrum 2006 kann in gedruckter Form über das Schulsekretariat um 5 Euro erworben werden.

Vorwort von Abt Direktor Mag. German Erd

Liebe Leser!
Liebe Freunde unseres Hauses!
Liebe Altstamser!

Wieder ist ein Schuljahr zu Ende gegangen. Viel Engagement und Mühe ist eingebracht worden in unseren schulischen Alltag. Die internationalen Kontakte mit unseren Partnerschulen im Comenius-Projekt wurden ausgebaut und intensiviert. Lehrer und Schüler lernen auf diese Weise nicht nur länderübergreifende Verbindungen knüpfen, sie lernen auch die bildungspolitischen Schwerpunkte in anderen europäischen Staaten hautnah kennen.

Zahlreiche Projekte und Sprachaufenthalte haben unsere Schüler wieder nach Rom, Paris und London geführt, wo sie neben der Sprache auch mit den historisch und kulturell so bedeutenden Städten und deren Einwohnern in Berührung kamen und die gesellschaftlichen Strukturen kennen lernten.

Die Sportwochen sind besonders wertvoll für das gemeinschaftliche Miteinander an unserer Schule.

In diesem Heft finden Sie auch einen Bericht über die Arbeit unserer psychologischen Beratungsstelle. Das Anliegen dieses Projekts ist es, den Schüler bzw. die Schülerin in der Gesamtheit seiner / ihrer Persönlichkeit ernst zu nehmen,
ihn / sie mit Rat und Tat zu begleiten und bei auftretenden Problemen gemeinsam Lösungsstrategien zu erarbeiten. Allen Kolleginnen und Kollegen, die darin mitarbeiten und ihre Kompetenzen einbringen, sowie unserer Psychologin möchte ich meinen herzlichen Dank ausdrücken.

Bedanken möchte ich mich auch bei meinen Mitbrüdern aus dem Konvent sowie bei den Religionslehrern, die für pastorale Anliegen des schulischen Lebens zur Verfügung stehen und sich dafür gerne Zeit nehmen.

Im Rahmen des naturwissenschaftlichen Schwerpunktes an unserem ARG wurden heuer erstmals die Tage für Bionik durchgeführt, ein Aspekt der Wissenschaft, dem in Hinkunft eine noch größere Bedeutung als er es ohnedies schon hat, zukommen wird. Diese Tage sind bei den Schülern auf sehr großes Interesse gestoßen.
Unter dem Motto: "Von der Natur lernen" stellten Referenten die Verbindung zwischen Natur und Technik her; die SchülerInnen konnten eigene Erfahrungen sammeln und ausgehend davon die zu Grunde liegenden physikalischen Prinzipien erkennen und anwenden.

Insgesamt ist in allen Bemühungen das Anliegen zu spüren, durch ein breit gefächertes Angebot im schulischen Alltag die Schüler zu eigenständigen, selbstbewussten Menschen zu erziehen, die imstande sind, auf der Basis eines weiten geistigen Horizonts ihre Entscheidungen zu treffen und sich in konstruktiver Weise in das gesellschaftliche Leben einzubringen.

Ich danke Ihnen allen für die Verbundenheit mit unserem Stift und mit dem Meinhardinum und wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Heftes.


Ihr
Abt German Erd
Direktor

OStR Prof. Mag. Heinz Grasmair tritt in den Ruhestand



Die Geschichte des Heinz Grasmair beginnt in Telfs. Dort wurde er im August 1945 geboren, besuchte die Volksschule und drei Klassen Hauptschule. Dann erst entschied er sich für das Paulinum und trat dort in die zweite Klasse ein. Bereits da konnte er sich insofern auf sein jahrelanges Lehrerdasein vorbereiten, als er immer wieder Nachhilfestunden in Latein und Griechisch gab. Nach der Matura im Jahre 1965 begann er nach gründlicher Vorbildung das Studium Latein und Griechisch an der Universität in Innsbruck
Während des Studiums hatte er zeitweilig einen Ferialjob im Hotel Hohe Munde in Telfs. Das machte dieses Haus zu seinem Stammlokal bis zum heutigen Tag. Die damalige Arbeit brachte ihm unter Freunden den Titel eines „Oberschankrates“ ein. Dort traf er auch auf eine steirische Ferialpraktikantin, die dann seine Frau wurde.
Während des Studiums konnte er bereits dank des damaligen Lehrermangels an der Hauptschule in Silz unterrichten. Eine ganze Reihe damaliger Schülerinnen und Schüler traf er später als Schülereltern am Meinhardinum wieder.
Nach dem Studium unterrichtete er am KORG in Zams und am RG in Imst. Als dann die Zahl der Lateinklassen durch die Langform in Stams anstieg, konnte ihn das Meinhardinum trotz anfänglichen heftigen Widerstands der Schwestern in Zams abwerben.
So unterrichtet er jetzt über zwanzig Jahre Latein am Meinhardinum. Eigentlich hätte er sich gefreut, wenn auch einmal eine Griechischgruppe zustande gekommen wäre, es aber zu fordern, war er all die Jahre zu bescheiden gewesen. Erst in seinem letzten Dienstjahr hat sich ein Schüler zur Zusatzmatura in Griechisch gemeldet. So hat sich jetzt am Ende irgendwie noch einmal gelohnt, dass er sich auch in Griechisch immer wieder fortgebildet hat und am Laufenden geblieben ist. Während seiner Berufslaufbahn musste er erleben, dass sein Gegenstand Latein immer mehr der öffentlichen Geringschätzung ausgesetzt wurde. Er selbst setzte sich sein ganzes Lehrerleben dafür ein, Latein über die Grammatik hinaus als Bildungswert zu erklären. Der alltägliche Kampf um das Erlernen der „Grundgrammatik“ und des „Grundwortschatzes“ war nicht immer einfach. Neben einigen hervorragenden Schülern gab es eben immer wieder die, die häufig ein mildes Lehrerherz brauchten, um bestehen zu können. Am Schularbeitentext selber war häufig zu erkennen, ob es sich um eine reguläre Schularbeit handelte - da stand “Viel Glück“ darunter - oder um eine Wiederholungsschularbeit - da stand „Mehr Glück“ darunter. Wenn sich die Schüler generationsübergreifend etwas abgesprochen hätten, hätten sie vielleicht festgestellt, dass manche Schularbeitsthemen in regelmäßigen Abständen wiederkehrten; das Trojanische Pferd, Arion und der Delphin und einige mehr. Sein Berufsgrundatz war immer: Man muss sein Fach mögen, man muss die Schüler mögen und man soll selber das nicht tun, was man an seinen eigene Lehrern nicht gemocht hat. Dass er zwischen dem Ernstnehmen des Berufes und dem Leichternehmen der Freizeit unterschied, drückte er auch in der Kleidung aus. Er war einer der ganz wenigen, die an der Schule immer mit Sakko und Krawatte zum Dienst kamen. Erst in den letzten Jahren ist die Krawatte still und heimlich verschwunden.
Außerhalb der Schule ist Heinz Grasmair ein ausgesprochen vielfältiger Mensch. Er war schon Mitglied der alten Ferialverbindung Bernardia und ging mit der neuen Verbindung mit. Bis vor kurzem hatte er stets wichtige Aufgaben bei Bernadia inne. Ein geordnetes Singen wäre bei so mancher Veranstaltung ohne ihn nicht möglich gewesen. Bernardia dankte ihm mit der höchsten Auszeichnung, der Würde des Dr. cerevisiae. Zeitweilig musste Bernardia Stams ihn allerdings mit Hertenberg Telfs teilen.
Seit Jahrzehnten singt er bereits beim Männergesangsverein Telfs, gelegentlich war es dabei bei Auftritten im Landestheater sogar ein wenig stressig. 15 Jahre lang musste der MGV ihn mit dem Kirchenchor teilen.
Einen nicht unerheblichen Teil seiner Freizeit beansprucht das Spazierengehen, das Radfahren und das Kennenlernen des Landes. Es gibt nur sehr wenige Plätze in Nord- und Südtirol, wo er nicht schon einmal auf einem Sonntagsausflug gewesen wäre.
Wenn Heinz Grasmair jetzt mit Schuljahresende in den Ruhestand tritt, wünsche ich ihm, dass er viel Freude daran hat, seine Freizeitbeschäftigungen zu Hauptbeschäftigungen zu machen und dass er auch die Latein- und Griechischbücher nur mehr der Muße und nicht der Arbeit wegen in die Hand nehmen kann.
 

Karl Palfrader
 

Prof. Wolfgang Ladner neuer Administrator ab 2005/06



Der in den wohlverdienten Ruhestand tretende Administrator OStR Prof. Mag. Karl Palfrader
übergibt seinem Nachfolger Prof. Mag. Wolfgang Ladner seine Dienstschlüssel.